Unbekannte Alge im Rhynie Chert
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alga filaments in Rhynie chertDie hier beschriebenen Algenfäden sind auf einer Schnittfläche eines einzigen Fundstücks zu sehen, in einem Bereich von ca.
1mm2, der hier von Abb.1 fast ganz erfasst wird. Sie brechen offenbar leicht in Stücke. Die meisten Zellen sind anscheinend mehr oder weniger geschrumpft, aber manche nicht (Abb.2). Auch eine der am besten erhaltenen Zellen (Abb.2) lässt nicht erkennen, was vor und während der Verkieselung geschah und wie die Struktur zu deuten ist. 

Wegen ihrer S
eltenheit im unter-devonischen Hornstein von Rhynie wurden fadenförmige Algen (anders als Armleuchter-Algen oder Blaualgen) wahrscheinlich nur einmal beschrieben [1]. Die Maße der hier vorliegenden Alge untercheiden sich deutlich von jenen der beiden in [1] beschriebenen Arten.    
Berücksichtigt man, dass die schmaleren Zellen in Abb.1 geschrumpft sein können, ist die originale Breite und Länge der Zellen als ca. 20µm und bis 50µm anzunehmen.
Zum Vergleich: Die Zellen sind viel breiter,
28-40µm, und kürzer, 23-41µm, bei Mackiella rotundata [1]. Sie sind schmaler, 8-16.5µm, und kürzer, 16-40µm, bei Rhynchertia punctata [1].
Folglich ist die vorliegende Alge als eine hier erstmals beschriebene Art zu betrachten.

Abb.1: Verstreute Fragmente einer fadenförmigen Alge im Hornstein. Bildbreite 1.3mm.

Abb.2 (unten): Ausschnitt aus Abb.1 (rechts der Mitte), Zellen in unterschiedlichen Erhaltungszuständen. Bildbreite 0.2mm. Foto: G. Schmahl.
alga filament part


Fundstück aus der Sammlung von Steffen Koehler, Meissen, gefunden vor Jahrzehnten von Brian Beveridge, Gloucester, auf der nun geschützten Fläche nahe Windyfield, Rhynie; hier dokumentiert unter Rh2/301.2 .

H.-J. Weiss      2019

David S. Edwards, A.G. Lyon:  Algae from the Rhynie Chert. Bot. J. Linnean Society 86(1983), 37-55.


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